Dienstag, 15 Juli 2025 18:40

1.500 Vogelspinnen im „Keks-Paket“ entdeckt

Sichergestellte Vogelspinnen im Zolllager Sichergestellte Vogelspinnen im Zolllager pixabay/Foto illustrativ

Ein Paket aus Vietnam sorgt derzeit für Aufsehen beim Zoll am Flughafen Köln/Bonn. 1.500 lebende Vogelspinnen wurden in einem als Kekslieferung deklarierten Paket sichergestellt. Der Fund stammt bereits von Ende Juni, wurde jedoch erst am 14. Juli 2025 bekannt gemacht. Die Ermittlungen richten sich gegen einen Mann aus dem Hochsauerlandkreis.

Inhaltsverzeichnis:

Hochsauerlandkreis im Fokus des Zolls

Der Empfänger des Pakets wohnt im Hochsauerlandkreis und steht unter Verdacht, die Tiere weiterverkaufen zu wollen. Die Zollbehörden vermuten, dass es sich um einen geplanten kommerziellen Schmuggel handelte. Die Tiere, viele davon seltene Arten, sind auf dem Schwarzmarkt besonders gefragt. Einzelne Exemplare bringen mehrere hundert Euro ein.

Die Spinnen waren in kleinen Kunststoffbehältern verpackt. Insgesamt wog das Paket sieben Kilogramm. Es war als Lebensmittellieferung – konkret als Keks-Paket – getarnt. Der Absender war in Vietnam. Viele Tiere überlebten den Transport jedoch nicht.

Zoll und Tierpfleger übernehmen Versorgung

Ein Teil der Tiere war bei der Ankunft bereits verendet. Die überlebenden Vogelspinnen wurden laut Zoll „in fachgerechte Pflege übergeben“. Experten des Kölner Zoos bestätigen: enge Verpackung sei bei Transporten üblich, um Verletzungen durch Bewegung zu vermeiden. Doch ohne Kenntnis über den lebenden Inhalt würde das Paket oft zu lange oder falsch gelagert.

Die unzureichenden Bedingungen führten wahrscheinlich zum Tod vieler Tiere. Eine schnelle Zustellung ist bei Lebendtransporten essenziell – bei Schmuggelware jedoch ausgeschlossen. Illegaler Tierhandel bleibt ein globales Problem mit hohen Risiken für Mensch und Tier.

Ermittlungen gegen mutmaßlichen Schmuggler

Die Zollfahndung hat ein Verfahren gegen den Empfänger eingeleitet. Ihm droht eine hohe Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Die Straf- und Bußgeldstelle des Zolls prüft derzeit alle Details des Falls. Die Professionalität des Transports lässt auf ein organisiertes Vorgehen schließen.

Die Behörden sehen diesen Fall als ein Beispiel für die zunehmende Professionalisierung im illegalen Wildtierhandel. Der Wert der Spinnen, ihre Herkunft und die Verpackung sprechen für ein systematisch geplantes Vorgehen.

  • 1.500 Vogelspinnen im Paket
  • Herkunft: Vietnam
  • Tarnung: Keks-Lieferung
  • Empfänger: Mann aus dem Hochsauerlandkreis
  • Schaden: Viele Tiere tot, andere gerettet
  • Strafe: Geld- oder Freiheitsstrafe möglich

Zoll und Ermittlungsbehörden setzen nun auf die weitere Auswertung der Beweise. Auch internationale Kooperationen könnten folgen.

Quelle: WDR