- Zwei Mädchen mussten laut Eltern Regenbogen-Aufkleber entfernen
- Eine Gemeindereferentin wurde vom Gelände verwiesen
- Eltern reagierten mit symbolischen Protesten
- Das Erzbistum Köln sprach von einem Missverständnis
Inhaltsverzeichnis:
- Zwei Schülerinnen und ein Aufkleber
- Schreiben der Schulleitung und Reaktion des Erzbistums
- Eltern protestieren während des Festakts
- Projekt mit großem Anspruch, Start mit Kontroverse
Zwei Schülerinnen und ein Aufkleber
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung soll es Hinweise gegeben haben, auf Regenbogen-Symbole zu verzichten. Laut Aussagen gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" wurden zwei Grundschülerinnen von einer Lehrkraft angewiesen, ihre Sticker mit Regenbogen-Motiv zu entfernen. Begründung: Kardinal Rainer Woelki wünsche dies nicht. Diese Information verbreitete sich schnell und sorgte bei vielen Eltern für Unverständnis.
Auch Marianne Arndt, Gemeindereferentin in Vingst/Höhenberg, wurde laut eigenen Angaben vom Gelände geschickt. Sie hatte zuvor Regenbogen-Sticker an Gäste verteilt. Ihr Verhalten stieß offenbar auf Widerstand. Die Entscheidung zur Entfernung traf demnach das schulische Personal, wie Arndt erklärte.
Schreiben der Schulleitung und Reaktion des Erzbistums
Ein Sprecher des Erzbistums bestätigte, dass es ein offizielles Schreiben der Schulleitung gab. Darin war davon die Rede, "provokative Kleidung" zu vermeiden. Als konkretes Beispiel wurde eine Krawatte mit Regenbogenfarben genannt. Die Begründung lautete, man wolle "gesellschaftliche Kontroversen bei diesem festlichen Anlass außen vorlassen".
Das Erzbistum Köln nahm anschließend öffentlich Stellung und äußerte Bedauern über die Vorfälle. In einer Stellungnahme an das Portal t-online betonte die Pressestelle, niemand dürfe im Bildungscampus wegen seiner sexuellen Orientierung oder Identität diskriminiert werden. Die Einrichtung stehe ausdrücklich für Chancengleichheit, Teilhabe und Vielfalt.
Eltern protestieren während des Festakts
Während der offiziellen Feier organisierten Eltern spontane Protestaktionen. Sie hängten eine Regenbogenflagge auf und stellten kleine Regenbogenfahnen auf dem Buffet auf. Die Flagge wurde allerdings wenig später wieder entfernt. Viele Anwesende zeigten sich irritiert über das Vorgehen der Schule.
Die Schule wurde mit einem Budget von etwa 80 Millionen Euro errichtet. Ziel des Campus sei es, ein soziales Vorzeigeprojekt im Stadtteil Köln-Kalk zu etablieren. Der Bau soll Bildung, Integration und Gemeinschaft fördern.
Projekt mit großem Anspruch, Start mit Kontroverse
Trotz hoher Investitionen und sozialem Anspruch ist der Start von Spannungen begleitet. Die Diskussionen rund um den Umgang mit Symbolen wie der Regenbogenflagge werfen Fragen auf. Viele Eltern und Gäste fordern nun mehr Klarheit und Offenheit im Umgang mit Vielfalt. Das Erzbistum kündigte an, den Vorfall aufzuarbeiten.
Quelle: t-online