Inhaltsverzeichnis:
- Großmarkt Köln und Region
- Bernd Müller und Norbert Heep
- Bestellte Ware und Risiken
- Preise auf dem Bonner Markt
Großmarkt Köln und Region
Der Marktbeschicker Jörg Flierenbaum bezog seine Waren jahrelang auf dem Großmarkt in Köln. Avocados, Rosenkohl, Süßkartoffeln und zahlreiche weitere Produkte kaufte er dort an einem Ort. Heute beginnt sein Arbeitstag weiterhin um 2 Uhr, jedoch mit deutlich mehr Fahrstrecke. Statt zehn Händler in einer Halle anzutreffen, fährt er nun verschiedene Standorte an. Dazu zählen Ziele in Köln sowie in Bornheim. Innerhalb von 2 Stunden legte er rund 120 Kilometer zurück.
Die Händler vom ehemaligen Großmarkt verteilten sich auf mehrere Orte. Das führt zu mehr Zeitaufwand. Auch die Treibstoffkosten steigen. Zudem ist das Sortiment nicht immer vollständig verfügbar. Wenn ein Händler keine Zucchini hat, bleibt nur Restware vom Vortag. Bananen waren an diesem Morgen zu grün. Diese kauft Jörg Flierenbaum erst am nächsten Tag bei einem anderen Anbieter. Zusätzliche Verzögerungen entstehen vor allem bei dichter Verkehrslage, wie sie zuletzt auch im Zusammenhang mit städtischen Verkehrsmaßnahmen beobachtet wurden.
Bernd Müller und Norbert Heep
Für Bernd Müller bringt die neue Situation andere Schwierigkeiten. Er wollte seinen Stand auf dem Godesberger Wochenmarkt aufbauen. Sein Anhänger blieb jedoch in Schnee und Eis stecken. Trotzdem musste er losfahren. Die bestellte Ware wartete bereits bei Händler Norbert Heep. Dieser war eigens aus Köln angereist, um Tomaten, Apfelsinen und weitere Produkte zu liefern.
Norbert Heep bietet diesen Lieferservice an, seit er nicht mehr auf dem Großmarkt verkauft. Für ihn bedeutet das einen höheren logistischen Aufwand. Früher kamen die Marktbeschicker direkt zu seinem Stand. Jetzt beliefert er sie einzeln an verschiedenen Orten. Die Zahl der Fahrten stieg. Der Zeitbedarf ebenfalls. Ähnliche Belastungen im Transport zeigen sich auch bei größeren Störungen im Kölner Bahnverkehr.
Bestellte Ware und Risiken
An Tagen mit Schnee und Eis hätte Bernd Müller früher auf den Besuch des Großmarkts verzichtet. Jetzt ist das nicht mehr möglich. Bereits bestellte Ware muss abgenommen werden, unabhängig von der Verkaufslage. Blumen holte er im Kreis Euskirchen ab. Zusätzlich übernahm er die Lieferung aus Köln. Verkaufen konnte er diese an diesem Tag jedoch nicht.
Die Ware bleibt dennoch in seiner Verantwortung. Sollte er den Stand am nächsten Tag nicht aufbauen können, droht Verderb. Das Risiko für Verluste steigt deutlich. Besonders bei frischen Produkten ist die Zeit entscheidend. Jeder zusätzliche Tag wirkt sich negativ auf Qualität und Verkauf aus.
Preise auf dem Bonner Markt
Auf dem Wochenmarkt in Bonn baute Jörg Flierenbaum seinen Stand gegen 9 Uhr fast vollständig auf. Die ersten Kunden warteten bereits. Robert Erdrich kennt die Situation rund um den geschlossenen Großmarkt. Er zeigt Verständnis, wenn einzelne Produkte fehlen. Die Preise für Obst und Gemüse sind bislang stabil geblieben.
Jörg Flierenbaum bestätigt dies. Höhere Kosten kann er nicht weitergeben. Andernfalls blieben Kunden aus. Er plant, die neue Belastung über einen Zeitraum von 12 Monaten zu testen. Der 56-Jährige ist mit dem Markt eng verbunden. Schon als Kind begleitete er Vater und Großvater. Aufgeben fällt ihm schwer. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Modell tragfähig bleibt.
Quelle: WDR, MILEKCORP
FAQ
Warum wurde der Großmarkt in Köln geschlossen?
Der Großmarkt in Köln wurde seit Jahresbeginn geschlossen, weil die Stadt eine politische und städtebauliche Entscheidung getroffen hat.
Welche Folgen hat die Schließung für Marktbeschicker?
Marktbeschicker müssen seit der Schließung mehrere Standorte anfahren, was zu längeren Wegen, höherem Zeitaufwand und steigenden Kosten führt.
Wie wirkt sich die Situation auf das Warenangebot aus?
Durch die Verteilung der Händler ist nicht immer jede Ware verfügbar, sodass einzelne Produkte zeitweise fehlen oder nur Restbestände angeboten werden.
Sind die Preise auf den Wochenmärkten gestiegen?
Nach aktuellem Stand sind die Preise für Obst und Gemüse stabil geblieben, da höhere Kosten nicht an die Kunden weitergegeben werden.