Dienstag, 09 September 2025 13:09

Verdacht auf Weltkriegsbombe in Köln

Evakuierung am Kartäuserwall vorbereitet Evakuierung am Kartäuserwall vorbereitet Pixabay/Foto illustrativ

Am Kartäuserwall in Köln haben Experten einen neuen Verdachtspunkt entdeckt. Möglicherweise handelt es sich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf untersucht den Fund.

Inhaltsverzeichnis:

Kartäuserwall und Experteneinsatz

Der Verdacht betrifft ein Gelände in der Südstadt am Kartäuserwall. Dort führen Fachkräfte aktuell Untersuchungen durch. Bestätigt ist der Fund noch nicht. Sollte sich die Vermutung bewahrheiten, müsste die Bombe in den kommenden Tagen entschärft werden. Geplant ist nach Angaben der Stadt Köln eine mögliche Bergung und Entschärfung am Donnerstag.

Zu den betroffenen Einrichtungen zählen:

  • das Krankenhaus der Augustinerinnen (Severinsklösterchen)
  • eine Beatmungseinrichtung
  • das Clara-Elisenstift

Alle Gebäude müssten geräumt werden.

Auswirkungen auf Anwohner

Bis zu 13.000 Menschen könnten von einer Evakuierung betroffen sein. Bewohner wurden bereits am Montag über die Lage informiert. Die Stadt verweist darauf, dass nur etwa zehn Prozent der Verdachtspunkte tatsächlich zündfähige Sprengkörper enthalten. Trotzdem laufen Vorbereitungen auf eine mögliche Räumung.

Für Menschen ohne private Unterbringungsmöglichkeiten soll eine Notunterkunft eingerichtet werden. Die Berufsschule an der Humboldtstraße (Perlengraben 101, Innenstadt) dient als zentrale Anlaufstelle.

Folgen für den Verkehr

Auch der Nahverkehr in Köln wäre betroffen. Die Stadtbahnlinien 15, 17 und 18 fahren direkt am Kartäuserwall. Im Fall einer Evakuierung müssten die Buslinien 106, 132, 133 und 142 umgeleitet werden.

Die Stadt Köln kündigte an, laufend über soziale Medien zu informieren. Anwohner wurden aufgefordert, bereits heute zu planen, wo sie sich im Falle einer Evakuierung aufhalten können.

Köln und frühere Funde

Köln war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert. Immer wieder werden Blindgänger entdeckt. Erst Anfang Juni mussten mehr als 20.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Anlass war die Entschärfung von drei Fliegerbomben in Deutz und der Innenstadt. Nach Angaben der Stadt war dies die größte Evakuierung seit 1945.

Die aktuelle Lage am Kartäuserwall zeigt, dass auch Jahrzehnte nach Kriegsende weiterhin mit solchen Funden gerechnet werden muss.

Quelle: t-online.de, www.milekcorp.com/de/