Inhaltsverzeichnis:
- Château Lafite Rothschild und Dom Pérignon
- Geschäft in Genf und digitale Plattform
- Kunden und Investitionssummen
- Wertsteigerung und Absatzmärkte
- Familiengeschichte und Zugang zu Bordeaux
- Risiken und Anlageempfehlungen
Château Lafite Rothschild und Dom Pérignon
Das Château Lafite Rothschild gehört zu den bekanntesten Weingütern weltweit. Seine Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Der Jahrgang 1996 verzeichnet seit seiner Markteinführung nach zwei Jahren Fassreifung eine jährliche Wertsteigerung von 7,86 Prozent. Eine Flasche kostet aktuell durchschnittlich 882 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Auch Champagner ist gefragt. Ein Dom Pérignon desselben Jahrgangs, seit 2004 auf dem Markt, steigt jährlich um 7,90 Prozent im Wert. Der Preis für eine Flasche liegt derzeit bei 384 Euro plus Steuer. Diese Zahlen stammen von der Weinbörse Liv-Ex aus London und dienen den Kölner Unternehmern als Referenz in Gesprächen mit Interessenten.
Geschäft in Genf und digitale Plattform
Seit Jahrhunderten investieren Menschen in Wein. Bisher geschah dies meist privat. Berghaus und Irnich hoben das Geschäft auf eine professionelle Ebene. Sie kaufen Paletten edler Weine aus Frankreich, Italien und den USA und lagern sie im Genfer Zollfreihafen.
Dort gelten die Bestände als nicht importiert, wodurch weder Zölle noch Steuern anfallen. Über ihre Plattform bieten die Gründer den Wein kistenweise an. Kunden zahlen sowohl beim Erwerb als auch für die Lagerung Gebühren. Die Flaschen lagern in einem gesicherten Gebäude bei 13 bis 14 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Jeder Kunde erhält eine digitale Übersicht seines Portfolios.
Wichtige Punkte zum Geschäftsmodell
- Steuerfreie Lagerung in Genf
- Exklusive Weine aus Frankreich, Italien und den USA
- Digitale Übersicht der Wertentwicklung
- Mindestinvestment ab 5000 Euro
Kunden und Investitionssummen
Die durchschnittliche Anlagesumme beträgt rund 50.000 Euro. Viele beginnen mit Beträgen zwischen 10.000 und 20.000 Euro und erweitern ihr Portfolio nach und nach. Kunden sind unter anderem ein Kölner Immobiliengeschäftsführer und eine Schönheitschirurgin.
Mitgesellschafter Dennis Pelzer, Experte für Logistikimmobilien in Nordrhein-Westfalen, unterstützt die Gründer. Er brachte unternehmerisches Know-how ein. Seine Beteiligung begann, nachdem er bei den Gründern Weingeschenke für eigene Kunden bestellte. Ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungskanzlei bestätigte später die rechtliche Sicherheit des Genfer Modells.
Wertsteigerung und Absatzmärkte
Mit Beginn der Trinkreife steigt der Wert eines Weins spürbar. Das begrenzte Angebot reduziert sich, die Nachfrage wächst. Erreicht ein Wein einen attraktiven Preis, verkaufen die Kölner ihn über Händler oder die Londoner Weinbörse. Viele Flaschen gehen danach nach Asien oder in die USA, wo die Nachfrage besonders hoch ist.
In Deutschland haben Berghaus und Irnich nur wenige Wettbewerber. In Hamburg agiert Liquid Grape, in Luxemburg Vinesia und in Essen Collectors Wine World. Weitere Anbieter sind rar.
Familiengeschichte und Zugang zu Bordeaux
Tristan Berghaus gilt im Unternehmen als „Mr. Wein“. Der 28-Jährige wurde in England geboren und verbrachte Urlaube in europäischen Weinregionen. Schon früh lernte er die Besonderheiten der Anbaugebiete kennen. Seine Familie eröffnete ihm Kontakte nach Bordeaux.
Vor zwei Generationen zog ein Familienzweig dorthin und heiratete in eine Winzerfamilie ein. Das eigene Gut in Pessac-Léognan wurde verkauft, doch die Verbindungen blieben. So entstand der Zugang zu den sogenannten Négociants, Zwischenhändlern mit exklusiven Rechten. Nur durch diese Kontakte gelangt Berghaus & Cie. an Spitzenweine.
Risiken und Anlageempfehlungen
Die Gründer betonen, dass Wein nicht für jeden Anleger geeignet ist. Der Anlagehorizont beträgt oft zehn Jahre oder mehr. Dennis Pelzer empfiehlt, maximal fünf bis zehn Prozent des Gesamtportfolios in Wein zu investieren. Schnelle Gewinne seien nicht realistisch.
Trotzdem wächst das Interesse. Exklusive Weine entwickeln sich zunehmend zu einer alternativen Wertanlage mit stabilem Wachstum. Die Kombination aus Fachwissen, exklusivem Zugang und professioneller Lagerung macht das Kölner Unternehmen zu einem wichtigen Anbieter auf dem deutschen Markt.
Quelle: Kölner Stadt Anzeiger, www.patizonet.com/de